Glossar
Begriffe rund um Strom, Balkonkraftwerk und Speicher kurz erklärt.
- Dynamischer Stromtarif
- Ein Tarif, dessen Preis pro Kilowattstunde sich stündlich nach dem Börsenstrompreis richtet. Er braucht ein intelligentes Messsystem und lohnt sich vor allem, wenn du große Verbraucher in günstige Stunden legen kannst. Mehr im Ratgeber Dynamischer Stromtarif.
- Eigenverbrauch
- Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du direkt im Haushalt nutzt. Nur dieser Anteil spart Stromkosten. Was du gerade nicht verbrauchst, fließt ohne Vergütung ins Netz, sofern kein Speicher ihn aufnimmt.
- Einspeisung
- Solarstrom, der nicht im Haushalt verbraucht wird, fließt ins öffentliche Netz. Bei Balkonkraftwerken wird er in der Regel nicht vergütet. Ein Speicher kann ihn für den Abend aufheben.
- Grundlast
- Der Strom, den ein Haushalt auch ohne aktive Nutzung ständig braucht, etwa für Kühlschrank, Router und Geräte im Standby. Sie liegt häufig zwischen 50 und 200 Watt und wird von einem Balkonkraftwerk tagsüber gut abgedeckt.
- Intelligentes Messsystem
- Eine moderne Messeinrichtung mit Smart-Meter-Gateway, das die Verbrauchsdaten an Messstellenbetreiber und Stromanbieter überträgt. Es ist Voraussetzung für einen dynamischen Stromtarif.
- Kilowattpeak
- Die Nennleistung eines Solarmoduls unter genormten Testbedingungen (1.000 Watt Einstrahlung pro Quadratmeter, 25 °C Zelltemperatur). Ein Modul mit 450 Wp liefert diese Leistung nur bei optimaler Sonne, im Alltag meist deutlich weniger.
- Kilowattstunde
- Die Einheit für verbrauchte oder erzeugte Energie. Ein Gerät mit 1.000 Watt verbraucht in einer Stunde eine Kilowattstunde (kWh). Was ein Gerät im Jahr kostet, rechnet der Stromkosten-Rechner.
- Ladezyklus
- Einmal vollständig laden und entladen, auch verteilt auf mehrere Teilladungen. Die Zahl der Zyklen, nach denen ein Akku noch einen bestimmten Teil seiner Kapazität hat, beschreibt seine Lebensdauer.
- LiFePO4
- Lithium-Eisenphosphat, ein Akkutyp, der in Speichern und Powerstations verbreitet ist. Er gilt als sicherer und langlebiger als andere Lithium-Akkus. Hersteller geben häufig mehrere tausend Ladezyklen an.
- Marktstammdatenregister
- Das Register der Bundesnetzagentur, in dem jede Stromerzeugungsanlage eingetragen werden muss, auch ein Balkonkraftwerk. Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit 2024 nicht mehr nötig. Wie es geht, steht im Ratgeber Balkonkraftwerk anmelden.
- Mikrowechselrichter
- Ein kleiner Wechselrichter für ein bis vier Solarmodule, der meist direkt hinter den Modulen sitzt. Bei Balkonkraftwerken darf er in Deutschland höchstens 800 VA einspeisen. Modelle im Überblick zeigt der Vergleich der Mikrowechselrichter.
- Moderne Messeinrichtung
- Ein digitaler Stromzähler mit Display und optischer Schnittstelle, aber ohne Kommunikationsmodul. Mit einem Infrarot-Lesekopf kannst du seine Werte selbst auslesen. Wie das geht, steht unter Stromzähler auslesen.
- MPPT
- Maximum Power Point Tracking: Der Wechselrichter sucht laufend den Arbeitspunkt, an dem ein Modul die meiste Leistung abgibt. Hat jeder Eingang einen eigenen MPPT, bremst ein verschattetes Modul das andere nicht aus.
- OBIS-Kennzahl
- Die Ziffernfolge, mit der ein digitaler Zähler seine Werte kennzeichnet. 1.8.0 steht für den Bezug aus dem Netz, 2.8.0 für die Einspeisung, etwa vom Balkonkraftwerk.
- Powerstation
- Ein tragbarer Akku mit Steckdosen, USB-Anschlüssen und meist einem Solareingang. Sie versorgt Geräte unterwegs oder bei einem Stromausfall. Mehr dazu im Ratgeber Powerstation.
- Spezifischer Ertrag
- Wie viele Kilowattstunden eine Solaranlage pro Kilowattpeak im Jahr erzeugt. In Deutschland liegt er bei optimaler Ausrichtung nach Süden meist zwischen 900 und 1.100 kWh pro kWp. Mit dem eigenen Wert rechnet der Balkonkraftwerk-Rechner.
- Standby-Verbrauch
- Strom, den Geräte im ausgeschalteten Bereitschaftsmodus weiter ziehen. Mehrere Geräte zusammen können über das Jahr einige Euro kosten. Schaltbare Steckdosenleisten trennen sie ganz vom Netz.
- Steckersolargerät
- Der Fachbegriff im Gesetz für ein Balkonkraftwerk: Solarmodule bis 2.000 Wp und ein Wechselrichter bis 800 VA, die über eine Steckdose ins Hausnetz einspeisen. Was beim Anschluss gilt, erklärt der Ratgeber Balkonkraftwerk anschließen.
- Verschattung
- Schatten von Bäumen, Balkonen oder Nachbarhäusern auf den Solarmodulen. Schon ein teilweise verschattetes Modul kann den Ertrag deutlich senken. Bei der Wahl des Montageorts lohnt es sich, den Schatten über den Tag zu beobachten.
- Voltampere
- Die Einheit für die Scheinleistung eines Wechselrichters (VA). Für Balkonkraftwerke gilt eine Grenze von 800 VA. Im Alltag entspricht das bei Wechselrichtern praktisch 800 Watt.
- Watt
- Die Einheit für die Leistung, also wie viel Strom ein Gerät in einem Moment braucht oder ein Solarmodul gerade liefert. Leistung mal Zeit ergibt die Energie in Wattstunden oder Kilowattstunden.
- Wechselrichter
- Wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom für die Steckdose um. Bei Balkonkraftwerken darf er in Deutschland seit Mai 2024 höchstens 800 Voltampere ins Hausnetz einspeisen.
- Wieland-Stecker
- Ein berührungssicherer Steckverbinder für Balkonkraftwerke. Die passende Einspeisesteckdose muss ein Elektrofachbetrieb installieren. Viele Sets nutzen stattdessen einen Schukostecker.
- Zweirichtungszähler
- Ein Stromzähler, der Bezug und Einspeisung getrennt misst. Alte Drehstromzähler ohne Rücklaufsperre dürfen nach der Anmeldung eines Balkonkraftwerks vorübergehend weiterlaufen, bis der Messstellenbetreiber sie tauscht.